Ortsübliche Vergleichsmieten in Deutschland

Die Vergleichsmiete hilft bei der Mieterhöhung

Die sogenannte Vergleichsmiete ist die Durchschnittsmiete einer bestimmten Stadt bzw. eines Wohnortes. Dieser Durchschnittswert (also die ortsübliche Vergleichsmiete) wird in den meisten Städten oder Gemeinden als Mietspiegel dargestellt bzw. erfasst.

Der Mietspiegel stellt die Nettokaltmiete dar

Die ortsübliche Vergleichsmiete wird im Mietspiegel dargestellt und zeigt auf, wie teuer die Miete für Wohnraum - sortiert nach Art, Ausstattung, Größe der Wohnung, Ausstattung der Wohnung, und natürlich Lage der Wohnung - ist. Suchen Sie also eine Wohnung in einer bestimmten Stadt, so sollten Sie sich im ersten Schritt Informationen zu der Vergleichsmiete oder dem Mietspiegel einholen. Durch die Mietrechtsänderung vom 01.05.2013 kommt nun auch der Faktor Energie-Ausweis (also ist die Wohnung mit einer besonderen Energieversorgung ausgestattet oder hat sie eine Wärmedämmung) mit in der Beurteilung dazu.

Die Vergleichsmiete hilft Vermietern bei einer Mieterhöhung

Sind Sie Vermieter und wollen Sie die Miete in einer Ihrer vermieteten Wohnungen erhöhen? Bei der Mieterhöhung spielt die Vergleichsmiete eine wichtige Rolle. Die Mieterhöhung muss sich nämlich zwingend an der ortsüblichen Vergleichsmiete (also dem Mietspiegel) orientieren. Damit die Miete nicht ohne jede Begrenzung einfach angehoben werden kann, hat der Gesetzgeber zwei Grenzen für die Mieterhöhung eingeführt:

Der Begriff Vergleichsmiete bezieht sich lediglich auf vermieteten Wohnraum

Bei der Beurteilung von Mieten von Gewerbeeinheiten liegen andere Rahmenbedingungen vor. Diese sind durch die ortsübliche Marktmiete zu ermitteln und durch andere Vergleichsmieten berechnet. Die Marktmiete wird vermutlich aufgrund ihrer Natur immer höher sein, als die ortsübliche Vergleichsmiete. Diese basiert auf den Preisen der aktuell auf dem Markt befindlichen Immobilien. Marktmiete und Vergleichsmiete bei Wohnraum haben also nichts miteinander zu tun.

Keine Berücksichtigung von sozialem Wohnungsbau

Bei der Ermittlung des Mietspiegels bzw. der ortsüblichen Vergleichsmiete wird Wohnraum, der durch Förderung oder Zuschüsse (sozialer Wohnungsbau) entstanden ist, nicht berücksichtigt.

Alternativen zum Mietspiegel

Gibt es in einer Stadt oder in einer Gemeinde keinen offiziellen, amtlichen Mietspiegel (auch qualifizierter Mietspiegel genannt), so stehen dem Vermieter noch folgende Mittel zur Verfügung, eine Mieterhöhung durchzusetzen:

Die Mieterhöhung durch mindestens drei Vergleichs-Wohnungen

Der Vermieter kann eine Mieterhöhung durch die Nennung von drei Vergleichswohnungen begründen. Die Auswahl der Wohnungen ist freigestellt. Der Vermieter kann seine drei teuersten Wohnungen aus dem eigenen Bestand oder dem Familienbestand nennen oder einfach die drei teuersten Wohnungen die in der Nachbarschaft zu finden sind. Bei der Begründung der Mieterhöhung müssen von den drei Vergleichswohnungen zur ortsüblichen Vergleichsmiete jeweils folgende Informationen vorgelegt werden:

Bei Neuvermietungen darf der Vermieter bis zu 20 Prozent über dem Mietspiegel liegen.

Handelt es sich um einen Neubau, so darf der Vermieter seine Mietforderung auch 20 Prozent über dem ortsüblichen Mietspiegel ansetzen. Liegt Wohnungsnot vor, so gelten jedoch weitere Regelungen und Beschränkungen.

Die Mietpreisbremse

Im Februar 2015 hat sich die große Koalition auf die Mietpreisbremse verständigt. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Preissprünge bei Neuvermietungen gedeckelt werden. Dadurch soll verhindert werden, dass Normalverdiener aus gefragten Wohnlagen verdrängt werden. Zunächst soll die Mietpreisbremse nur in Gebieten gelten, in denen ein wettbewerbsstarker Wohnungsmarkt besteht. Durch das Gesetz sollen die Bundesländer ermächtigt werden, diese Gebiete zu definieren. Für einen Zeitraum von maximal 5 Jahren soll dort die Mietpreisbremse dazu führen, dass die Mietpreise bei Neuvermietung nur in einem bestimmten, dem Gebiet angepassten Rahmen vorgenommen werden darf.

Die Neuvermietung von Wohnungen in Gegenden, die durch die Mietpreisbremse betroffen sind muss sich damit zukünftig an der ortsüblichen Vergleichsmiete orientieren.

Ortsübliche Vergleichsmiete in Köln

Ortsübliche Vergleichsmiete in Bremen

Ortsübliche Vergleichsmiete in Berlin